Gesprächstherapie nach Rogers

Gesprächstherapie nach Rogers

Erstinformation über Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächstherapie nach Rogers gehört zu den anerkannten und bewährten therapeutischen Methoden (gemeinsam mit der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse). Sie wurde von Carl R. Rogers begründet und von Reinhard Tausch und seinen Schülern und Schülerinnen weiterentwickelt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben die Wirksamkeit der Gesprächspsychotherapie nachgewiesen. Das Konzept der Gesprächspsychotherapie wird in Deutschland von der "Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie" (mit Sitz in Köln) vertreten.

Wann ist eine Therapie ratsam?

Wenn sie sich diese Frage stellen, dann weist dies darauf hin, dass sie ein Problem haben, das sie belastet oder in seelischen Nöten sind und eine Therapie angebracht ist. Es gibt bei seelischen Beschwerden kein Messinstrument. Allerdings kommen folgende Symptome vor:

• Antriebs- und Kraftlosigkeit
• Erschöpfung, Niedergeschlagenheit, fortwährende Müdigkeit
• Ängstlichkeit, häufige Frustrationen, vermindertes Selbstwertgefühl
• fehlende Perspektive und Orientierungslosigkeit
• vielfältige Beziehungsprobleme - privat und/oder beruflich
• körperliche Beschwerden ohne medizinischen Befund
• fortwährendes Grübeln, wiederkehrende negative Gedanken
• gestörter Schlaf, Schlaflosigkeit
• Nervosität, innere Unruhe

Was geschieht in der Gesprächstherapie?

Der Klient (Gesprächspartner) wird vom Therapeuten:

• umfassend und geduldig angehört,
• als gleichberechtigter Partner angesehen,
• bedingungslos angenommen und ernst genommen (mit allen schwierigen Gedanken, negativen Gefühlen, dunklen Taten),
• mit Einfühlungsvermögen verstanden in seinen Erlebnissen und Emotionen, Wünschen und Wertmaßstäben,
• mit Offenheit und Echtheit bedient,
• befähigt, sich selber und seine Umwelt genauer wahrzunehmen und neue Lösungen zu erkennen,
• angeregt zu eigenständigem Fühlen und Handeln, zu Selbstverantwortung und Selbstvertrauen.


Was geschieht nicht in der Gesprächstherapie ?

Der Klient wird vom Therapeuten:

nicht nach einem allgemeinen (psychologischen oder weltanschaulichen) Schema behandelt
nicht moralisch bewertet oder gar verurteilt
nicht geführt mittels Ratschlägen und Forderungen
nicht mit schnellen Lösungen bedient

Der Therapeut vermeidet diese Verhaltensweisen, weil sie nur zu oberflächlichen und kurzfristigen Lösungen führen und weil sie beim Klienten Unterdrückung und Verdrängung, Abhängigkeit und Unfreiheit entstehen lassen.

Ein Therapiegespräch dauert ca. 50 Minuten. In der Regel findet wöchentlich ein Kontakt statt. Was zwischen Klient und Therapeut geschieht, wird vom Therapeuten streng vertraulich behandelt.

Die Anzahl der Therapiegespräche bestimmt der Klient.