„Selbstliebe beginnt nicht damit, sich zu verändern. Sie beginnt damit, den eigenen Körper und seine Geschichte mit Mitgefühl zu verstehen.“
Die Wechseljahre – eine Zeit der Neuorientierung
Mit den Wechseljahren verändert sich der weibliche Hormonhaushalt grundlegend. Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst den Stoffwechsel, die Muskelmasse und die Fettverteilung.
Viele Frauen erleben in dieser Lebensphase eine Gewichtszunahme, obwohl sie weder mehr essen noch sich weniger bewegen als zuvor.
Wenn ein über viele Jahre belastetes Nervensystem auf diese hormonellen Veränderungen trifft, können beide Prozesse sich gegenseitig verstärken. Das bedeutet nicht, dass eine Gewichtszunahme unvermeidbar ist – wohl aber, dass sie oft nachvollziehbare biologische Ursachen hat.
Nährstoffe – damit der Körper seine Aufgaben erfüllen kann
Damit unser Nervensystem, unsere Hormone und unser Stoffwechsel gut zusammenarbeiten können, benötigt der Körper eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß.
Nach den Wechseljahren können Nährstoffmängel häufiger auftreten oder deutlicher spürbar werden. Besonders relevant können unter anderem Magnesium, Vitamin D, Vitamin B12, B6, Folsäure, Zink, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren sein.
Sowie ein Zusammenspiel des Stoffwechsels und des Insulins.
Ein Mangel an einzelnen Nährstoffen kann Müdigkeit, Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit oder Heißhunger begünstigen. Dadurch wird es häufig schwerer, das Körpergewicht zu regulieren. Eine Insulinresistenz und ein hoher Cortisolwert können massiv bei Bauchfett beteiligt sein.
Nicht jeder Mensch mit Übergewicht weist einen Nährstoffmangel auf. Dennoch lohnt sich eine individuelle Diagnostik, um den Körper gezielt zu unterstützen.
Heilung beginnt nicht mit Kontrolle
Viele Behandlungsansätze konzentrieren sich ausschließlich auf Ernährung und Bewegung. Beides ist wichtig. Ein traumasensibler Blick erweitert jedoch die Perspektive.
Er fragt nicht zuerst:
„Warum nimmt dieser Mensch nicht ab?"
Sondern:
„Was braucht das Nervensystem, damit sich der Körper wieder sicher fühlen kann?"
Denn ein Körper, der Sicherheit erlebt, muss oft weniger Energie für Schutz und Alarmbereitschaft aufwenden. Dadurch können sich auch Stoffwechsel, Schlaf, Verdauung und Essverhalten Schritt für Schritt verändern.
Ein liebevoller Blick auf den eigenen Körper
Übergewicht erzählt häufig eine Geschichte. Nicht immer handelt sie von Ernährung. Manchmal erzählt sie von chronischem Stress, von Verlusten, von Erschöpfung, von Anpassung oder von einem Nervensystem, das über viele Jahre versucht hat, den Menschen bestmöglich zu schützen.
Deshalb beginnt ein nachhaltiger Weg nicht mit Schuld oder Selbstkritik.
Er beginnt mit Verständnis.
Mit dem Wissen, dass der Körper nicht gegen uns arbeitet.
Und mit der Erfahrung, dass Veränderung dort möglich wird, wo Sicherheit, Mitgefühl und Selbstfürsorge wachsen dürfen.
Ein traumasensibler Blick auf den Stoffwechsel
Viele Menschen, die mit Übergewicht leben, haben im Laufe ihres Lebens unzählige Diäten ausprobiert. Nicht selten bleiben Schuldgefühle, Scham und das Gefühl zurück, versagt zu haben.
Aus traumasensibler Sicht lohnt sich jedoch eine andere Frage:
Was versucht der Körper eigentlich für diesen Menschen zu tun?
Unser Körper arbeitet nicht gegen uns. Er versucht Tag für Tag, unser Überleben zu sichern. Was von außen wie ein Problem erscheint, kann aus Sicht des Nervensystems eine sinnvolle Anpassung an belastende Lebensumstände sein.
Wenn das Nervensystem dauerhaft wachsam bleibt.
Traumatische Erfahrungen – unabhängig davon, ob sie in der Kindheit oder später im Leben entstanden sind – können das autonome Nervensystem nachhaltig prägen.
Ein Nervensystem, das wiederholt Bedrohung erlebt hat, entwickelt häufig eine erhöhte Wachsamkeit. Es bleibt auch dann aufmerksam, wenn die eigentliche Gefahr längst vorbei ist. Der Körper befindet sich dadurch oft in einem Zustand ständiger Anspannung oder tiefer Erschöpfung.
In diesem Zustand verändern sich zahlreiche körperliche Prozesse. Die Ausschüttung von Stresshormonen, der Schlaf, die Verdauung, der Energieverbrauch und das Hungergefühl können beeinflusst werden.
Essen als Form der Selbstregulation
Nahrung bedeutet weit mehr als die Aufnahme von Kalorien.
Sie kann Trost spenden, beruhigen, Sicherheit vermitteln oder für einen kurzen Moment innere Anspannung lindern. Viele Menschen erleben unbewusst, dass Essen ihnen hilft, schwierige Gefühle auszuhalten oder ihr Nervensystem zu beruhigen.
Aus traumasensibler Sicht ist emotionales Essen deshalb nicht Ausdruck mangelnder Disziplin, sondern häufig eine kreative und über lange Zeit hilfreiche Strategie des Körpers, mit Belastungen umzugehen. Diese Veränderungen sind keine Willensschwäche, sondern Ausdruck einer biologischen Anpassung an einen Zustand, den der Körper als unsicher erlebt.
Diese Strategie verdient zunächst Verständnis und Mitgefühl, bevor sie verändert werden kann.
Unter anhaltendem Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses Hormon hilft in akuten Belastungssituationen, Energie bereitzustellen. Da wir heute nicht unbedingt vor einem Säbelzahntiger davon laufen müssen, wird diese Energie nicht in dieser Form benötigt.
Bleibt das Stresssystem jedoch über längere Zeit aktiviert, kann sich der Stoffwechsel verändern. Appetit und Hungergefühl können zunehmen, insbesondere das Verlangen nach energiereichen und zuckerhaltigen Lebensmitteln. Dadurch, dass das der Zucker nicht von den Zellen aufgenommen wird, wird es oft in Fett umgewandelt und im Bauchfett gespeichert.
Durch gezielte Laboruntersuchungen kann man den Grund des ganzen herausfinden.
Durch die Untersuchung z.B. des Insulinindex:
Proinsulin, HOMA-IR-Index, Nüchterninsulinwert, Nüchternblutzucker, Langzeitzucker (HbA1c) und postprandialer Blutzucker.
Bei Menschen z.B., die einen Darmpilz haben ist der übermäßige Appetit nach Zucker normal, der Darmpilz ernährt sich von Zucker.
Diese Veränderungen sind keine Willensschwäche, sondern Ausdruck einer biologischen Anpassung an einen Zustand, den der Körper als unsicher erlebt.
Wenn es dir so oder so ähnlich geht und du dich durch diese Symptome angesprochen fühlst, dann reserviere dir einen Termin zur Beratung in meiner Sprechstunde noch heute.
Wenn nicht jetzt, wann dann. Selbstfürsorge und Selbstliebe beginn mit der Optimierung des Stoffwechsels.